Flüchtlinge im Handwerk – Wohnraum für den Ausbildungserfolg

    Kooperationsvereinbarung von Handwerkskammer Hamburg und fördern und wohnen für das gemeinsame Ziel einer guten Integration

    f & w Geschäftsführung Dr. Nilsson und Handwerkskammer-Präsident Katzer unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung

    f & w Geschäftsführung Dr. Nilsson und Handwerkskammer-Präsident Katzer unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung

    Die Auszubildenden Ismail Al Hassan (oben) und Richard Owusi Dapaah (unten) sind zwei von den 63, die in einer Wohngemeinschaft in der Unterkunft mit Perspektive Wohnen in Billwerder leben

    Die Auszubildenden Ismail Al Hassan (oben) und Richard Owusi Dapaah (unten) sind zwei von den 63, die in einer Wohngemeinschaft in der Unterkunft mit Perspektive Wohnen in Billwerder leben

    Rohhullah Ahmadzai packt seinen verschmutzten Arbeitsanzug in die Waschmaschine im Keller und nimmt auf dem Rückweg zur Wohnung gleich die Post aus dem Briefkasten. Was für andere Auszubildende ganz normal ist, darüber freut sich der Gebäudereiniger-Lehrling immer noch. Der Afghane Ahmadzai kam 2015 als Flüchtling nach Hamburg und bewarb sich schnell für eine Ausbildung im Handwerk. Nun lebt er in der Unterkunft mit Perspektive Wohnen Am Gleisdreieck in Hamburg-Billwerder in einer Zwei-Personen-WG. Das Wichtigste für den 19-jährigen Ahmadzai ist, dass er jetzt in Ruhe lernen kann – und in Ruhe schlafen, um fit für den nächsten Arbeitstag zu sein. Die Ausbildung macht ihm Spaß. Dabei gut zu sein, bedeutet ihm sehr viel.

    Geflüchtete so schnell wie möglich in eine Berufsausbildung zu bringen, gehört zu den wichtigsten Integrationsaufgaben. Das Hamburger Handwerk engagiert sich darin seit Jahren intensiv und die Handwerkskammer Hamburg setzt sich für die notwendigen Rahmenbedingungen ein.

    Damit die Ausbildung gelingt, ist ein Zuhause mit Platz und Ruhe zum Lernen entscheidend. Deshalb hat das städtische Sozialunternehmen fördern und wohnen (f & w) speziell für junge Flüchtlinge Azubi-WGs eingerichtet, mit Einzelzimmern statt der in Unterkünften üblichen Zwei-Bett-Zimmer. In der Unterkunft mit Perspektive Wohnen können Auszubildende die Dinge des Alltags von der Post bis zur Wäsche problemlos regeln. Am Gleisdreieck wohnen Auszubildende aus allen Wirtschaftsbereichen, aus dem Handwerk sind es 63 Lehrlinge und Beschäftigte.

    Für das Ziel des Ausbildungserfolgs und der Integration bekräftigen f & w und die Handwerkskammer Hamburg jetzt ihre enge Zusammenarbeit in einer Kooperationsvereinbarung. Handwerkskammer-Präsident Josef Katzer und f & w-Geschäftsführer Dr. Arne Nilsson unterzeichneten die Vereinbarung in der Unterkunft mit Perspektive Wohnen Am Gleisdreieck, der im Zuge der Kooperation 2017 und 2018 noch weitere in anderen Stadtteilen folgen sollen.

     

    Handwerkskammer-Präsident Katzer erklärt: "Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hinwill. In der Ausbildung von Flüchtlingen waren wir schnell aktiv und haben früh auf Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen hingewiesen. Die Frage des Wohnens gehörte dazu. Der Hamburger Senat setzt die Anstöße und Forderungen der Handwerkskammer nach und nach um. Die Zusammenarbeit mit fördern und wohnen ist überaus konstruktiv. Eine gute Integration ist für Flüchtlinge und die ganze Gesellschaft wichtig - und das Handwerk gewinnt motivierten Nachwuchs."

    f & w-Geschäftsführer Dr. Nilsson sagt: "Aus unserer langjährigen Arbeit für Menschen, die als Flüchtlinge in Hamburg ganz neu anfangen müssen, wissen wir: Einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu haben, ist nach der Schule der entscheidende Faktor für Integration. Gerade junge Flüchtlinge brauchen ein stabilisierendes Umfeld, damit sie die Herausforderung einer Berufsausbildung in einer fremden Sprache und einer unbekannten Arbeitskultur schaffen. Unsere neuen Azubi-WGs tragen viel zu solch einem Umfeld bei. Wir freuen uns sehr über die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer, die sich so tatkräftig für die Interessen unserer jungen Bewohner einsetzt."

    Aus den acht häufigsten Herkunftsländern für Flüchtlinge von Afghanistan bis Syrien absolvieren derzeit 320 junge Menschen eine Lehre im Hamburger Handwerk. Am Gleisdreieck sind es bis September 63 Lehrlinge und Beschäftigte in den Berufen Maler und Lackierer, Gebäudereiniger, Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung Klimatechnik, Bäcker, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker und in Berufen des Bau-Gewerbes. Darunter sind auch Auszubildende aus der Initiative "Flüchtlinge in Handwerkausbildung", die 2015 als bundesweit einzigartige Maßnahme von Präsident Katzer mit Unterstützung des Ersten Bürgermeisters an den Start ging. Ebenso haben hier Lehrlinge des Projekts "Hoffnung Handwerk" von Kammer und WHDI-Bildungs- GmbH eine neue Bleibe gefunden.

    Öffentlichkeitsarbeit/ Pressesprecherin

    Susanne Schwendtke

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