Flüchtlingsunterkunft, Wohnungen und ein Begegnungshaus - Neues Quartier in Poppenbüttel steht für Integration

    Am Poppenbütteler Berg entsteht ein neues Quartier mit insgesamt 308 Wohneinheiten. Die ersten 117 Bewohnerinnen und Bewohner sind im November eingezogen: Flüchtlinge, die bereits erste Integrationsschritte getan haben, finden in einer „Unterkunft mit der Perspektive Wohnen“ ein Zuhause auf Zeit. Ab dem Frühjahr werden dem Hamburger Wohnungsmarkt im Quartier auch öffentlich geförderte Mietwohnungen zur Verfügung stehen. Bis 2019 werden außerdem vier Häuser mit frei finanzierten Wohnungen fertiggestellt. Bauherr und Betreiber ist das städtische Unternehmen fördern und wohnen, das an dem Standort rund 70 Mio. Euro investiert.

    Ein Begegnungshaus soll dem Miteinander von alten und neuen Nachbarn Raum geben. Unter Leitung der Initiative Poppenbüttel hilft e. V. und der HafenCity Universität wurde mit den künftigen Nutzerinnen und Nutzern ein Konzept für das Haus entwickelt und ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Auf dem Baustellengelände fanden 2016 und 2017 Summer Schools mit Studierenden aus verschiedenen Ländern, geflüchteten Menschen mit Bau-Know-how und Mitgliedern von Poppenbüttel hilft e. V. statt, um Ideen gemeinsam zu erproben.

    Jetzt ist der Siegerentwurf für das Begegnungshaus im Beisein von dessen Schirmherr Bürgermeister Olaf Scholz vorgestellt worden: Das Architekturbüro Atelier Bow-Wow aus Zürich hat die Jury mit dem Entwurf „The Bazaar X The Living Rooms“ überzeugt. Architekt Tamotsu Ito und sein Team sehen ein Gebäudearrangement vor, bei dem neun „Wohnzimmer“ über ein Forum locker miteinander verbunden sind. Eine modulare Ausstattung macht es möglich, die Räume für vielfältige Aktivitäten zu nutzen und die umgebenden Außenflächen einzubeziehen. Die künftigen Nutzerinnen und Nutzer bekommen das Begegnungshaus nicht fertig vor die Tür gestellt, sondern beteiligen sich am Bau.

    Das neue Quartier umfasst insgesamt 21 zwei- bis viergeschossige Wohngebäude mit zwei Kindertagesstätten. Ursprünglich war am Poppenbütteler Berg eine große Flüchtlingsunterkunft mit 1.400 Plätzen geplant. Im weiteren Verlauf haben der Senat und das Bezirksamt Wandsbek die Planungen konkretisiert und dabei die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger aus der Bürgerbeteiligung berücksichtigt ebenso wie die Vereinbarungen aus dem Bürgervertrag. Nun werden in einem kleineren Teil der Wohnungen bis zu 500 Flüchtlinge untergebracht. Insgesamt entsteht so von vornherein ein sozial gemischtes Quartier.

    Wer sich für eine geförderte oder frei finanzierte Wohnung interessiert, kann sich unter wohnquartiere(at)foerdernundwohnen.de melden. Informationen zu den Mietwohnungen gibt es online unter: www.quartier-mellingbek.de

    Roberto Klann, Geschäftsführer von fördern und wohnen: „Nicht nur Flüchtlinge, auch viele Hamburger Familien brauchen Wohnraum. Am Poppenbütteler Berg finden sie eine grüne Umgebung mit großen Rasen- und Spielflächen auf dem Gelände. Wir freuen uns, dem Hamburger Wohnungsmarkt hier attraktive Wohnungen zur Verfügung zu stellen.“

    Prof. Bernd Kniess, Arbeitsgebiet Urban Design und Projektleitung an der HafenCity Universität Hamburg: "Die besondere Idee des erstgereihten Gutachtens ist, dass Studierende, Geflüchtete, Gewerbeschüler*innen und Nachbar*innen im Projektbüro unter professioneller Anleitung weiter gemeinsam arbeiten sollen. Die Summer Schools haben gezeigt, dass alle Beteiligten durch die intensive Zusammenarbeit viel voneinander lernen können und durch das Selbermachen eine hohe Identifikation mit dem Ergebnis - einem Begegnungshaus für alle - entsteht."

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