Pressemitteilung
    Alle Flüchtlinge im Jenfelder Moorpark gegen Scabies behandelt

    Heute sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Erstaufnahme Jenfelder Moorpark mit dem Medikament Ivermectin gegen Scabies (Krätze) behandelt worden. „Es war eine große Anstrengung, dies zu organisieren und durchzuführen“, sagt Melanie Anger, zuständige Bereichsleiterin bei fördern und wohnen, dem städtischen Unternehmen, das die Unterkunft betreibt. „Wir sind allen Unterstützern sehr dankbar.“

    Groß war die Anstrengung, weil es nicht nur darum ging, allen Flüchtlingen, die im Jenfelder Moorpark untergebracht sind, zugleich ein Medikament zu geben. Um die Scabies dauerhaft aus der Zeltanlage zu vertreiben, sind auch die Zelte und Betten desinfiziert worden. Alle Flüchtlinge haben frische Kleidung bekommen, denn in getragener Kleidung können sich die Milben, die die Erkrankung verursachen, einige Tage halten.

    Etwa 25 freiwillige Helferinnen und Helfer aus Jenfeld hatten zur Vorbereitung der Aktion tagelang Kleiderspenden sortiert und in Tüten verpackt, damit jeder Flüchtling etwas Passendes bekommt. „Ein großes Engagement ist das“, findet Melanie Anger. „Ohne diese Hilfe hätten wir die Aktion nicht geschafft.“

    Die ärztliche Untersuchung und Behandlung der Flüchtlinge fand heute in einer Messehalle statt. Dabei waren etwa 60 Ärzte, außerdem Sanitäter und 30 Dolmetscher im Einsatz. „Wir waren gründlich vorbereitet, deshalb hat alles zügig geklappt“, sagt Einsatzleiter Joel Cissarz vom Trainingszentrum für Erste Hilfe und Notfallmedizin. Bereits am frühen Nachmittag waren alle Flüchtlinge wieder in der Unterkunft.

    Etwa 25 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner waren im Jenfelder Moorpark an Scabies erkrankt, bei vielen war die Erkrankung bereits wieder abgeklungen, denn sie hatten eine individuelle Therapie mit Salbe erhalten. „Doch in einem Zeltdorf, wo viele Menschen sehr nah beieinander leben, ist die Gefahr groß, dass man sich wieder neu ansteckt“, sagt Melanie Anger. „Deshalb wurden sicherheitshalber alle Menschen behandelt und alle Stoffe desinfiziert bzw. ausgetauscht.“

    Scabies ist nur über Hautkontakt ansteckend oder wenn man die Kleidung einer erkrankten Person trägt. Die Milbe, die Scabies verursacht, kommt auch gelegentlich in Kitas, Schulen oder Pflegeheimen vor. Sie kann leicht mit einer Salbe geheilt werden, die am ganzen Körper aufgetragen wird. Die Milben sterben in Kleidern bei 60-Grad-Wäsche oder nach 72 Stunden ohne Hautkontakt. Das Mittel Ivermectin ist speziell für größere Sammelunterkünfte sinnvoll. Es wurde aus Frankreich importiert. Die Lieferzeit dauerte mehr als drei Wochen. Zu lang – findet Melanie Anger von fördern und wohnen. „Es war für alle Beteiligten Neuland“, sagt sie. „Auf mögliche künftige Fälle sind wir nun vorbereitet und haben auch einen Weg gefunden, das Medikament in Hamburg vorrätig zu halten.“

    Öffentlichkeitsarbeit/ Pressesprecherin

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