Unterkunft mit Perspektive Wohnen geht in Betrieb – Bergedorf schafft am Gleisdreieck rund 2.500 Plätze für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive

    Am 28. Dezember ist Hamburgs größte „Unterkunft mit Perspektive Wohnen“ in Bergedorf in Betrieb gegangen.

    Die ersten Flüchtlinge mit Bleibeperspektive sind in die ersten fertigen Wohnungen am Mittleren Landweg (Gleisdreieck) gezogen.

    Die Menschen kommen vor allem aus Gemeinschaftsunterkünften in Bergedorf, wo sie bereits erste Integrationsschritte, z. B. Deutsch lernen, getan haben. Zu 60 Prozent sind es Familien, zu 40 Prozent Alleinstehende, Hauptherkunftsländer sind Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Afghanistan.

    Bis zur Fertigstellung des letzten Bauabschnitts im Herbst 2017 werden nach und nach 2.500 Menschen an den Standort ziehen. Betreiber der Unterkunft ist das städtische Unternehmen fördern und wohnen (f & w), das schließlich mit 46 Mitarbeitern in fünf Teams vor Ort sein wird. Die Teams unterstützen die Bewohnerinnen und Bewohner bei der gesellschaftlichen Integration und fördern nachbarschaftliche Beziehungen in umliegende Quartiere. Dabei arbeiten sie mit dem vorläufigen Quartiersbeirat zusammen, der sich auf Anregung des Bezirksamtes Bergedorf bereits gegründet hat und vom Bezirk personell unterstützt wird.

    „Unterkunft mit Perspektive Wohnen“ (UPW) steht für ein Konzept, das vor dem Hintergrund der hohen Zuzugszahlen von Flüchtlingen nach Hamburg im Jahr 2015 entwickelt wurde. Aufgrund des Ausnahme-Paragraphen 246 des Baugesetzbuchs können Unterkünfte für Flüchtlinge ohne langwierige Genehmigungsverfahren errichtet werden. UPW werden im Standard des sozialen Wohnungsbaus von Investoren errichtet und geben ausschließlich geflüchteten Menschen mit Bleibeperspektive ein Zuhause auf Zeit, bis diese eine Wohnung gefunden haben. Nach und nach sollen die UPW-Wohnungen dauerhaft dem Wohnungsmarkt und damit weiteren Kreisen der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Dazu wird das Planrecht für den Wohnungsbau auf der Fläche am Mittleren Landweg geschaffen. Mittelfristig entsteht ein gemischtes Quartier.

    Das Unternehmen PGH Planungsgesellschaft Holzbau GmbH hat die Gebäude am Mittleren Landweg errichtet und an f & w vermietet. Melanie Anger ist bei f & w verantwortlich für den Betrieb des Standortes. „Für die Menschen, die hier einziehen, bedeutet UPW eine deutliche Verbesserung ihrer Unterbringungsbedingungen“, sagt Anger. Es gebe mehr Privatsphäre und weniger Barrieren, zum Beispiel für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. „Vor allem kann man hier das selbstständige Wohnen einüben, also eigene Strom- und Telefonverträge abschließen, sich an der Gestaltung des Quartiers aktiv beteiligen. Das ist ein weiteres Stück Integration.“

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