Aus der Geschichte: Die ersten Dörfer entstehen in den 90ern

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Anfang der 1990er-Jahre suchen hunderttausende Menschen in Deutschland Schutz vor den Jugoslawien-Kriegen und anderen Konflikten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Warschauer Paktes kommen Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler aus der Sowjetunion und Übersiedlerinnen und Übersiedler aus der ehemaligen DDR hinzu.

1993 verdoppelt sich binnen eines Jahres die Zahl der Asylsuchenden von rund 19.700 im Vorjahr auf 42.000. Ein Dach über dem Kopf erhalten sie bei den Vorgänger-Institutionen von fördern und wohnen: dem Amt für Heime, ab 1991 dem Landesbetrieb Pflegen und Wohnen und ab 1997 der Anstalt öffentlichen Rechts Pflegen und Wohnen AöR.

Da diese Unterkünfte nicht ausreichen, kommen Asylsuchende provisorisch in Turnhallen, auf Campingplätzen, in Bunkern und auf Wohnschiffen unter. Gleichzeitig entstehen die 1. Containeranlagen und Pavillondörfer.

1. Containerdorf Harksheider Straße

Das 1. Containerdorf mit 492 Plätzen wird 1990in Poppenbüttel gebaut. Die 1-geschossigen Bauten sind vergleichsweise schnell errichtet: das Grundstück erschlossen, die Containermodule geliefert und aufgebaut. Ein Modul besteht aus je 2 Wohneinheiten mit 3 Zimmern, Küche und Sanitärraum.

Zwischen 2013 und 2016 werden zur kurzfristigen Unterkunftsversorgung in Hamburg auch Wohncontainer mit Gemeinschaftsküchen und -sanitärräumen auch erstellt.

Heute sind keine Containerdörfer aus den 90ern mehr in Betrieb. Später erstellte Containerwohnanlagen werden weitgehend rückgebaut.

1.  Pavillondorf Hemmingstedter Weg

1991 geht das 1. Pavillondorf mit 422 Plätzen in Osdorf in Betrieb. Die Holzrahmenbauten bestehen aus vorgefertigten Elementen und werden zur Unterscheidung der Containerstandorte als „Pavillon" bezeichnet. Die 1-geschossigen Gebäude haben jeweils 2 Wohneinheiten mit 3 Zimmern, Küche und Duschbad/WC – und sind von besserer Wohnqualität als die Containermodule.

Das Pavillondorf Hemmingstedter Weg wird 2004 geschlossen. Ab 1992 wird mit dem Bau 2-geschossiger Pavillondörfer begonnen. Diese haben pro Geschossebene 6 Wohnbereiche, 1 Gemeinschaftsküche sowie 2 Sanitärbereiche. Von diesen 16 Standorten, die ursprünglich für nur 5 Jahre genehmigt waren, bestehen bis heute noch 8.

Mehr erfahren: Jubiläum 2019

 

1. Pavillondorf Hemmingstedter Weg
1. Containeranlagendorf
fördern und wohnen
Heidenkampsweg 98
20097 Hamburg
040 428 35 0
040 428 35 35 84