Ehrfurcht trifft auf Energie: Marina Meyer über ihr freiwilliges Engagement im Winternotprogramm

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Heute ist der internationale Tag der Freiwilligen. Im Winternotprogramm arbeiten haupt- und ehrenamtliche Hand in Hand. Für obdachlose Männer, Frauen und Paare stellt fördern und wohnen (f & w) 650 zusätzliche Schlafplätze in der kalten Jahreszeit bereit. Und 150 Freiwillige engagieren sich jeden Abend an den 2 Standorten in Hammerbrook und Lokstedt. f & w sagt danke! In festen Teams bereiten sie Mahlzeiten zu und geben es an Obdachlose aus.

Marina Meyer engagiert sich das 2. Jahr freiwillig im Winternotprogramm. Die 53-jährige Betriebswirtin arbeitet als Vorstandsassistentin bei der DAA-Stiftung Bildung und Beruf und ist zweifache Mutter. Alle 14 Tage kommt ihre Gruppe von Freiwilligen zusammen. 30 Tabletts mit belegten Broten, 40 Liter Suppe, 50 kleine Salate und 50 Nachspeisen bereiten sie zu. Dann kochen sie Tee und geben ab 18 Uhr das Essen aus. Immer mit einem Lächeln. Und das alles in einem tollen Team.

3 Fragen an die Freiwillige Marina Meyer

Was motiviert und bewegt Sie?

Nach meinem ersten Einsatz im Winternotprogramm bin ich sehr ehrfürchtig nach Hause gefahren. Durch die Freiwilligenarbeit schätzt man die kleinen Dinge und das scheinbar Selbstverständliche viel mehr. Mir wurde bewusster, wie dankbar ich für meine Wohnung bin, die warm und ordentlich ist. Das erdet einen. Und gleichzeitig tut es gut, sich aus der eigenen Komfortzone herauszubewegen. Und die Augen für andere Lebenswelten und -situationen zu öffnen. Schicksalsschläge oder der Verlust der Wohnung können schließlich jeden treffen.

Wie vereinbaren Sie Ihr freiwilliges Engagement mit Beruf und Familie?

Seit meine Kinder, 16 und 19 Jahre, erwachsen werden, sind für mich neue Freiräume entstanden. Die Zeit wollte ich sinnvoll füllen. Soziales Engagement ist für mich der ideale Ausgleich zu meinem 35-Stunden-Bürojob. Deshalb begleite ich ehrenamtlich Aktiv-Patenschaften für Kinder aus benachteiligten Familien über die Ehlerding Stiftung und engagiere mich für Obdachlose bei f & w.

Was gefällt Ihnen am meisten daran?

Ich mag prinzipiell die Arbeit mit Menschen und den Kontakt zu anderen. Es macht Spaß, mit anderen Freiwilligen zusammenzuarbeiten. Menschen, die sich engagieren, sind ein besonderer Schlag Mensch und es entsteht eine wunderbare Energie. Das habe ich zuletzt auch bei der Dankeschön-Veranstaltung von f & w gemerkt. Es gibt einen großen Zusammenhalt unter Freiwilligen und Helfenden. Besonders schätze ich das Miteinander, aber auch die Verlässlichkeit der anderen.

11 Jahre Förderverein Winternotprogramm

„Die Hilfsbereitschaft für Obdachlose in Hamburg ist ungebrochen“, erklärt Klaus Bostelmann, 2. Vorsitzender des Fördervereins Winternotprogramm. Der Verein zählt 350 Engagierte in seinem Verteiler: 150 sind diesen Winter bislang fest eingesetzt. Hinzu kommen 140 Fördermitglieder, die die Arbeit mit ihrem Mitgliedsbeitrag von 24 Euro unterstützen. Die Teams bestehen aus 6 bis 8 Freiwilligen und organisieren ihre Einsätze selbst. Sie sind wöchentlich oder im 2-Wochen-Rhythmus aktiv und auch an Wochenenden vor Ort. „Wenn jemand ausfällt, senden wir einen Notruf an unseren Springer-Pool von 70 bis 90 Leuten ab und meist ist innerhalb von 5 Minuten jemand gefunden“, freut sich Bostelmann. Auch an den Weihnachtsfeiertagen und zu Silvester stehen Freiwillige in den Startlöchern. Dann erwartet die Obdachlosen es ein richtiges Festtagsessen.

Wer sich – für Geflüchtete, Wohnungslose, Senioren oder Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen – freiwillig engagieren will, kann an den Standorten von f & w schauen, was aktuell gesucht wird.

Mehr erfahren: Freiwilliges Engagement bei f & w

Freiwillige verteilt Mahlzeit an Obdachlose

Marina Meyer gibt in der Winterübernachtung in der Friesenstraße Essen an obdachlose Menschen aus

Susanne Schwendtke, Pressesprecherin
Grüner Deich 17
20097 Hamburg
040 428 35 33 45
040 428 35 35 84