Freiwilliges Soziales Jahr: Orientierung zwischen Schule und Beruf

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Bei fördern und wohnen (f & w) gibt es noch Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Welche Vorteile so ein Orientierungsjahr für junge Menschen hat, erzählt die 19-jährige Eileen. Sie absolviert zurzeit ein FSJ in der Tagesstätte Huckfeld.

Eileen, du hättest ja auch eine Ausbildung nach deinem Schulabschluss machen können. Warum hast du dich für ein FSJ entschieden?
Zum einen, weil meine Mutter mir sehr viel über ihr eigenes FSJ erzählt hat und zum anderen, weil ich gerne in den sozialen Bereich hineinschnuppern wollte. Ich hatte noch keine konkrete Idee, was ich beruflich machen möchte.

Was sind deine Aufgaben?
In der Tagesstätte unterstütze ich Menschen mit komplexer Behinderung hauptsächlich bei der Durchführung der mit ihnen besprochenen Arbeiten und Aufgaben. Sie produzieren zum Beispiel Grußkarten, flechten Körbe oder machen Gartenarbeit. Mit der jeweils benötigten Hilfestellung, die ich leiste, können sie ihre Arbeitsziele weitestgehend selbstständig erreichen. Das ist ganz individuell und sehr abwechslungsreich.

Du hast dein FSJ sogar noch verlängert. Was hat sich in Bezug auf deine berufliche Perspektive in den vergangenen Monaten verändert?
Ich habe jetzt einen Plan und weiß, was ich in Zukunft beruflich machen möchte. Falls das nicht klappt, habe ich sogar einen Plan B.

Verrätst du uns deinen Plan?
Ich wurde von einer Kollegin, die mich angeleitet hat, stark inspiriert und möchte Ergotherapeutin werden. Sollte ich keinen der heiß begehrten und wenigen Plätze an einer medizinischen Berufsfachschule erhalten, dann studiere ich Kunst, da ich in der Schule bereits einen Schwerpunkt darauf gelegt habe.

Was nimmst du von hier mit in dein Berufsleben?
Eine Menge! Ich habe gelernt im Team zu arbeiten, viele Krankheits- und Behinderungsbilder kennengelernt. Ich habe Dankbarkeit und Zuneigung der Klientinnen und Klienten gespürt für das, was ich tue. Das ist etwas ganz besonderes und bedeutet mir sehr viel.

Hast du noch einen Tipp für angehende Schulabgänger?
Wenn ihr keine Ahnung habt, was ihr machen sollt, informiert euch über ein FSJ in eurer Nähe. Ihr lernt Verantwortung zu übernehmen, das Berufsleben kennen und erlebt eure Stärken und Schwächen.

Allgemeine Informationen zum Freiwilligen Sozialen Jahr

Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bietet die Möglichkeit, sich nach dem Schulabschluss sozial zu engagieren – und beruflich zu orientieren.  

  • Das FSJ dauert in der Regel 12 Monate. Es kann auf 6 Monate verkürzt oder auf 18 Monate verlängert werden.
  • Alle jungen Menschen bis 27 Jahre können ein FSJ machen, wenn sie ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben. Diese wird häufig mit 16 Jahren erreicht.
  • Während des FSJ erhält man ein Taschengeld, ist versichert und hat Anspruch auf Urlaub. Falls möglich, werden Verpflegung und Unterkunft gestellt. Oder es gibt ein Verpflegungsentgeld.

Wer, wie Eileen, ein FSJ bei fördern und wohnen machen möchte, findet hier Informationen zu freien Plätzen: Praktikum und Freiwilligendienst.

FSJlerin Eileen mit einer Klientin.
Susanne Schwendtke, Pressesprecherin
Grüner Deich 17
20097 Hamburg
040 428 35 33 45
040 428 35 35 84