Integration heißt, Hamburgerin zu sein

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Vor 30 Jahren sind sie selbst mit ihren Familien vor Krieg und Verfolgung geflohen. In Hamburg fanden sie erst Schutz, dann eine neue Heimat und bei fördern und wohnen (f & w) ihren Traumjob: Fatemeh Kabiri Hashemi Doust, Teamleiterin der Aufnahme- und Vermittlungsstelle und Mitarbeiter Dr. Moqim Safi. Früher lebten sie selbst in einer Wohnunterkunft von f & w. Wenn sie mit Geflüchteten und Wohnungslosen sprechen, wissen beide, wovon sie reden. Durch ihre Erfahrung beraten sie auf Augenhöhe.

Als Flüchtlingskind nach Hamburg

Kabiri kam als Kind mit ihrer Familie in die Hansestadt und ist Hamburgerin durch und durch: „Ich bin in Hamburg zur Schule gegangen, habe an der HafenCity Universität studiert und liebe die Weltoffenheit und gelebte Solidarität in Hamburg. Man ist keine Hamburgerin, nur weil man Hamburger Großeltern und Eltern hat. Man ist Hamburgerin, wenn man Hamburg fühlt und lebt.“ Mit einem Lächeln voller Dankbarkeit erzählt sie von der Zeit in der Wohnunterkunft Waldweg. Sie und ihre Familie haben längst eine Wohnung gefunden. Die Bauingenieurin war im Studium als Hilfskraft in einer Erstaufnahme für Asylsuchende tätig. Bei f & w ist sie in 5 Jahren von der Unterkunftsmanagerin zur Teamleitung aufgestiegen.

Engagement in allen Bereiche

Während der Corona-Pandemie schlossen viele Ämter ihre Pforten, Kabiri und ihr 14-köpfiges Team machten weiter – sie sind die Anlaufstelle Nr. 1 für Geflüchtete ohne Wohnraum in Hamburg. Zivilgesellschaftliches Engagement lebt Kabiris Familie auch privat: Ihr Mann engagiert sich in der Nachbarschaftshilfe, kauft ein und verteilt alles in einem Bollerwagen an Seniorinnen und Senioren, während Kabiri derzeit beruflich auf das Auto angewiesen ist. Ihre Mutter möchte die ehrenamtlichen Näherinnen vom Holmbrook mit Stoff versorgen, weil sie gehört hat, dass sie Alltagsmasken für die Bewohnerinnen und Bewohner nähen.

Sprache ist die Chance

So divers das Team der AVS ist, mit allen Ratsuchenden eröffnen sie den Dialog auf Deutsch. Und Kinder sind in der Beratung tabu, zumindest, wenn sie die Übersetzung übernehmen sollen. „Auch Kinder haben Rechte“, betont Kabiri. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie es ist, wenn man als Kind für die Familie übersetzt. Ihr Grundsatz ist zugleich Ansporn für die Ratsuchenden. Der Spracherwerb für die Erwachsenen eine Chance, für Kabiri eine „kleine“ Mission, die sie täglich im Job verfolgt.

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Teamleitung der AVS, Fatemeh Kabiri
fördern und wohnen
Heidenkampsweg 98
20097 Hamburg
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