Mit Herz und Suppe

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Als in der Corona-Krise viele Träger ihre Hilfe einstellten und es kaum noch warme Mahlzeiten für Obdachlose in Hamburg gab, sprangen 2 Mitarbeiterinnen von fördern und wohnen (f & w) ein. Birgit Lührs und Beata Pera arbeiten in der Zentrale von f & w. Die Arbeit mit obdachlosen Menschen liegt beiden am Herzen.

Täglicher Mittagstisch in Corona-Krise

Am 21. und 22. März servierten sie zum 1. Mal am Wochenende warme Speisen. Seit dem 26. März haben sie ihre „Mittagspause“ in die Hinrichsenstraße verlegt. Dort bringt ein Essensdienst warme Speisen und Nachtisch – und die beiden Frauen tafeln täglich einen Mittagstisch für bis zu 40 Hungrige auf. Wenn etwas übrig bleibt, geht es an die obdachlosen Frauen ins FrauenZimmer nebenan. Das Engagement und die Freude an der Arbeit mit Menschen steht ihnen – trotz Schutzkleidung und Maske – in die Gesichter geschrieben.

Tagesaufenthaltsstätte am Wochenende und an Feiertagen

Beata Pera, gelernte Altenpflegerin und Birgit Lührs, gelernte Landschaftspflegerin, arbeiten schon lange bei fördern und wohnen (f & w). Nach verschiedenen Stationen (Pflege, Schule, Technischer Dienst, Wohnanlagen) im Unternehmen sind sie nun in der Zentrale für die Kassenprüfung und das Archiv zuständig. Seit 2016 ist Birgit Lührs ein Mitglied des Teams der Tagesaufenthaltsstätte (TAS) in der Hinrichsenstraße 4. Beata Pera ist seit 2 Jahren dabei. Im Wechsel mit 15 weiteren Mitarbeitenden von f & w öffnen sie die TAS am Wochenende und an Feiertagen. Etwas zu essen gab es dank Spenden vom Schanzenbäcker in der Süderstraße dort schon immer. Freitagabend und Samstagsmittags bekam f & w alles, was übrig war. Manchmal haben die Mitarbeiterinnen auch selbst eine Fertigsuppe zubereitet, damit etwas Warmes auf dem Tresen stand.

Hygiene-Artikel und Kleiderspenden gibt es in der TAS auch – für Notfälle. Und ein paar freundliche Zimmer, um zur Ruhe zu kommen. Im Winter wird das Angebot über den Tag von 70 bis 120 Menschen genutzt, bis zu 100 Personen finden dort gleichzeitig Platz. Im Sommer sind es weniger: aber 25 bis 35 kommen verlässlich. „Meisten sonntags, wenn sonst alles geschlossen hat“, erklärt Birgit Lührs.

Infektionsschutz geht vor

Abstand halten – heißt es in diesen Zeiten überall und zu allen. Deswegen werden die Speisen nur durch ein Fenster in der Tür ausgegeben. Ein Wachdienst hilft vor Ort, den Publikumsverkehr und den Abstand zwischen den Personen zu regeln – und ist kaum gefragt. „Es ist selten, dass hier etwas passiert oder es Probleme gibt. Die Menschen, die herkommen, sind dankbar – und wollen alles andere, als sich hier ein Hausverbot einzuhandeln“, erklärt Birgit Lührs. Dann greift sie wieder zu Löffel und Teller, der nächste wartet an der Tür.

Mehr erfahren: Übernachtung und Tagesaufenthalt für Obdachlose

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen unsere Alltagsheldinnen und -helden vor. Sie sind für die Menschen in der Gesellschaft da, die – nicht nur in Zeiten von Corona – unsere Hilfe am nötigsten brauchen.

Mitarbeiterinnen in der Tagesstätte
fördern und wohnen
Heidenkampsweg 98
20097 Hamburg
040 428 35 0
040 428 35 35 84