Partizipation heißt auch Hilfe zur Selbsthilfe

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Ehemalige Obdachlose, die in der Unterkunft ein Café eröffnen. Eine Geflüchtete, die nach Dienstschluss den Schlüssel zum Waschmaschinenraum verwaltet. Ein Bewohner-Rat, der selbst zur Sitzung einlädt. Das sind Beispiele für Beteiligungsformate, von denen alle Mitwirkenden profitieren. Info-Runden, Beiräte oder Flursprecher gibt es bereits an vielen Standorten von fördern und wohnen (f & w).

Projektgruppe entwickelt Leitfaden

Die Projektgruppe „Partizipation“ trägt derzeit Best-Practice-Beispiele aus dem Unternehmen zusammen. Sie ist eine von vielen Projektgruppen bei f & w, die bereichsübergreifend zu fachlichen Themen arbeiten. Die 30 Mitarbeitenden aus dem Unterkunfts- und Sozialmanagement, der Leitung, der Verwaltung, dem Hygienemanagement haben ein Ziel: Sie wollen die Bewohnerinnen und Bewohner „empowern“ und zum Mitwirken bringen. Die Möglichkeiten und Grenzen fließen in ein Konzept, das im nächsten Jahr allen Beschäftigten als Leitfaden dienen wird, die ein Format am Standort umsetzen wollen.

Verantwortungsbewusstsein fördern

„Indem die Bewohnerinnen und Bewohner mitgestalten können, fühlen sie sich auch für die Unterkunft mitverantwortlich oder greifen ein – das hat positive Effekte auf das soziale Miteinander und senkt das Risiko von Konflikten“, erklärt Athanasia Ziagaki, Teamleiterin in der Wohnunterkunft Notkestraße 25. Sie hat gleich nach Bezug der neuen Unterkunft alle Geflüchteten zu einer Info-Runde mit dem Team eingeladen. Das Team eröffnete den Dialog und klärte gleich zu Beginn viele Fragen.

Sozialarbeit auf Augenhöhe

Grundsatzreferentin Antje Danielowski aus der Zentrale hat den Bewohnerbeirat in der Unterkunft Raja-Ilinauk-Straße mitinitiiert. Einen Vorteil des Community Organizings sieht sie darin, dass Minderheiten in der Gruppe eine Stimme bekommen. Sie betont auch: „Wir wollen langfristig die Haltung in der Sozialarbeit ändern, noch mehr auf Augenhöhe kommen. Statt ‚Ich helfe dir‘ soll das Credo ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ durch Partizipation mit Leben gefüllt werden.“

Bewohnerrat
Susanne Schwendtke, Pressesprecherin
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