Warum ist das Winternotprogramm wichtig?

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Im Winternotprogramm bekommen Obdachlose einen warmen Schlafplatz, eine Mahlzeit, Tee und Kaffee. Sie können Bäder und Duschen nutzen und haben abschließbare Schränke. Geöffnet sind die 4 Standorte 7 Tage die Woche. Das Unterkunfts- und Sozialmanagement organisiert die Aufnahme, die Zimmer-Belegung und bereitet die Beratung vor und nach. Außerdem sorgen die Teams dafür, dass aufgeräumt, gereinigt und die Wäsche abgeholt wird.

5 Fragen an Rahel Temesgen, seit Dezember Teamleiterin im Winternotprogramm Kollaustraße:

Was macht die Arbeit im Winternotprogramm aus?

Die Teams des Winternotprogramms formen sich jedes Jahr neu, das macht es sehr dynamisch und abwechslungsreich. Es gibt bei F&W so viele Kolleginnen und Kollegen, die voller Herzblut und Leidenschaft arbeiten. Allein schafft man nicht viel, aber mit diesem Gemeinschaftsgefühl gelingt uns fast alles. Dazu gehört auch, aufeinander zu achten und untereinander fürsorglich zu sein.

Welche besonderen Maßnahmen gibt es in der Corona-Pandemie im Winternotprogramm?

Auch hier gilt Abstand und Maske für alle Nutzerinnen und Nutzer. Wer darauf nicht achtet, hört von uns den Appell: Dass es gerade nicht um den einzelnen geht, sondern um alle. 

Bei der Aufnahme wird die Temperatur der Obdachlosen gemessen. Besteht der Verdacht, dass sich jemand mit dem Coronavirus angesteckt hat, wird die Person separat untergebracht – oder bei einem positiven Test an einen Quarantäne-Standort gebracht.

Wie schützen sich die Mitarbeitenden?

Corona beschäftigt uns ja alle – im Beruf wie im Privaten. Dadurch sind die Regeln AHA+L selbstverständlich geworden. Wir tragen hier FFP2-Masken, haben Trennwände und das Team kann sich aller 7 Tage freiwillig testen lassen. Das ist ein Teil unseres Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts.

Ist das Winternotprogramm eine wichtige Station im Berufsleben einer Sozialarbeiterin bzw. eines Sozialarbeiters?

Ja, denn bei dem niedrigschwelligen Angebot geht es viel um gute Organisation und Entlastungsgespräche mit den Nutzerinnen und Nutzern. In der Beratung lernt man, wie das Hamburger Hilfesystems funktioniert. Das Winternotprogramm ist eine gute Station, um sich beruflich selbst zu finden und den eigenen Beratungsstil. Für mich hieß es im Dezember auch wieder raus aus der Komfortzone, vielleicht auch, um die eigenen Grenzen und die eigene Resilienz zu testen. Man wächst in der Konfrontation mit neuen Herausforderungen.

Wird denn noch Personal gesucht?

Ja, dieses Jahr haben wir mit den 2 Tagesaufenthaltsstätten und 2 zusätzlichen Übernachtungsangeboten sogar 6 Standorte im Winternotprogramm – und sind damit Tag und Nacht für obdachlose Menschen da. Wir freuen uns über Verstärkung.

Stellenangebote: www.foerdernundwohnen.de/jobs

Mitarbeiterin Rahel Temesgen am Schreibtisch
Fördern & Wohnen
Heidenkampsweg 98
20097 Hamburg
040 428 35 0
040 428 35 35 84