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Was ist dran? Sieben Vorurteile über das Winternotprogramm

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Rät man obdachlosen Menschen, bei Eis, Kälte, Frost lieber einen warmen Schlafplatz im Winternotprogramm aufzusuchen, wehren manche ab. Es kursieren einige Vorurteile über das zusätzliche Übernachtungsangebot im Winter. Dabei bietet Hamburg im Gegensatz zu anderen Großstädten einen hohen Standard. Täglich sind Sozialarbeiter:innen vor Ort, die freiwillige Beratung anbieten. Deshalb haben wir sieben Behauptungen unter die Lupe genommen:

„Mir wurden meine Schuhe geklaut.“

Es gibt Schränke für alle, um die Kleidung und persönliche Sachen einzuschließen. Sollte doch etwas verschwinden, unterstützt das Team vom Unterkunfts- und Sozialmanagement. Für Notfälle haben wir Kleiderspenden vor Ort.

„Ich habe Angst vor Übergriffen und Gewalt.“

Für Schutz sorgt ein separater Frauen-Bereich sowie geschützte Plätze für LSBTIQ-Personen. Ein Team und ein Sicherheitsdienst sind rund um die Uhr, also auch die ganze Nacht vor Ort, um einzugreifen, falls es zu Auseinandersetzungen kommt.

„Ich kann meinen Hund nicht mitbringen.“

Ja, Hunde sind im WNP nicht erlaubt. Man kann sie im Tierheim Süderstraße abgeben und am nächsten Morgen abholen. Bei der Diakonie und im Pik As gibt es aber Plätze für obdachlose Menschen, die Hunde besitzen.

„Dort sind mir zu viele Menschen, es ist zu eng und zu laut.“

Neben einem Standort mit Drei- bis Sechs-Bett-Zimmern gibt es dieses Jahr auch wieder einen mit Einzel- und Zwei-Bett-Zimmern, besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Je nach Auslastung werden die Zimmer erst locker belegt, so dass es im Zimmer nur voll wird, wenn mehr Menschen Zuflucht suchen. Wie viele Plätze aktuell belegt sind, steht tagesaktuell auf unsere Website.

Wenn man nicht mit den Zimmer-Nachbar:innen zurechtkommt, kann man sich beim Team des WNPs melden, um ein Bett in einem anderen Zimmer zu erhalten.

 „Ich möchte mich nicht mit Corona anstecken.“

An allen Orten, wo viele Menschen zusammenkommen, kann man sich anstecken. In unseren Einrichtungen gibt ein Hygienekonzept. Es gilt die Maskenpflicht, es werden freiwillige Tests angeboten und aufgrund der Größe ist es möglich, Abstand zu halten. Bei der Aufnahme führen wir einen Symptom- und Temperatur-Check durch. Hat sich jemand infiziert, erhält die Person ein Zimmer in einem extra Bereich für die Quarantäne, so dass sich andere nicht anstecken.

„Tagsüber muss man raus.“

Ja, das stimmt, nach dem Kaffee oder Tee um 9:30 müssen alle das Winternotprogramm verlassen. Ausnahmen gibt es bei Eis und Glätte: Alle Personen mit Mobilitäts- oder schweren gesundheitlichen Einschränkungen dürfen tagsüber drin bleiben.

Aber man behält sein Bett, wenn man regelmäßig übernachtet und kann seine Sachen im Schrank im Zimmer einschließen. Der Schlafplatz wird nur an jemand anderes vergeben, wenn man einige Abende infolge nicht wiederkommt.

Tagsüber haben viele Angebote für Obdachlose geöffnet, wo sie sich im Warmen aufhalten und eine Mahlzeit erhalten. Dazu zählt die Tagesaufenthaltsstätte in der „Markthalle“. Hinzu kommen mobile Angebote von Kirche und Freiwilligen wie zum Beispiel der Duschbus.

„Ich wurde weggeschickt.“

Jede Person, die nicht über eigenen Wohnraum verfügt, wird aufgenommen. Einziges Ausschlusskriterium sind Gewalt, Betrug oder vorhandene Möglichkeiten, sich selbst zu helfen. Wer nicht obdachlos ist, oder den Schutz der anderen gefährdet, kann ein Haus- und Geländeverbot erhalten. Auch Alkohol, Drogen und Waffen haben im WNP nichts zu suchen.

Mehr erfahren: Winternotprogramm

Zimmer mit mehreren Betten und Schränken

Allgemeine Kontaktdaten Fördern und Wohnen

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    Heidenkampsweg 98
    20097 Hamburg
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