Wohnschiff Transit verlässt Hamburg

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Fast genau 5 Jahre, nachdem das Wohnschiff „Transit“ im Harburger Binnenhafen festgemacht hat, verlässt es Hamburger Gewässer. Mit dem Ablegen der Transit ist eine weitere Unterkunft von fördern und wohnen (f & w), die in der Not der Flüchtlingskrise 2014 bis 2016 errichtet wurde, jetzt Geschichte.

Entscheidung, die Erinnerungen weckt

Seit Spätsommer 2014 steigt die Anzahl asylsuchender Menschen, die nach Hamburg kommen, und die Plätze für ihre Unterbringung werden knapp. Der Stadt fehlt es an Flächen oder leerstehenden Gebäuden, um neue Unterkünfte zu errichten. Als im September bekannt wird, dass der Hamburger Senat erwägt, Unterkunftsplätze auf dem Wasser zu schaffen, kommen keine guten Erinnerungen hoch: Von 1989 bis 2006 gab es in Hamburg insgesamt 12 Wohnschiffe für Asylsuchende mit bis zu 650 Plätzen. Die Lebensumstände für die Menschen waren prekär und es gab Probleme mit Drogen und Gewalt.

„Transit“: Das ehemalige Hotelschiff wird zur Unterkunft umgebaut

2014 wird sich das nicht wiederholen: Das geplante Wohnschiff ist kleiner. Maximal zwei Personen teilen sich ein Zimmer. Und seit den 90er-Jahren hat sich der Stellenschlüssel für Mitarbeitende erhöht.
f & w chartert die „Transit“, ein ehemaliges Hotelschiff aus den Niederlanden. Innerhalb weniger Monate wird es umgebaut und nach dem Standard von allen f & w Unterkünften eingerichtet. Das Schiff bietet 216 Plätze auf 3 Decks.

Ein Quartier zeigt Engagement – von Anfang an

Viele Menschen in Harburg fühlen sich von der Entscheidung, dass das Wohnschiff im Binnenhafen liegen soll, überrumpelt. Trotzdem bildet sich schnell eine Freiwilligen-Initiative: die „Flüchtlingshilfe Binnenhafen“. Schon bevor die ersten Geflüchteten auf das Schiff kommen, organisieren die Freiwilligen Angebote. Und sie sorgen gemeinsam mit dem Team von f & w für einen herzlichen Empfang der ersten Bewohnerinnen und Bewohner, die ab Februar 2015 einziehen.

Entgegen der Befürchtungen bleibt es für die nächsten Jahre ruhig auf der "Transit". Die Menschen, die auf dem Schiff wohnen, werden Teil der Nachbarschaft. Durch freiwillige Angebote, gemeinsame Feste und Veranstaltungen entstehen Verbindungen ins Viertel.

Bewohnerinnen und Bewohner haben neues Zuhause gefunden

Bereits im September 2019 verlassen die letzten Bewohnerinnen und Bewohner das Wohnschiff. Einige haben eigene Wohnungen gefunden. Weitere erhalten einen Platz in anderen Unterkünften von f & w. Seitdem der Zuzug von geflüchteten Menschen nach Hamburg gesunken ist, hat sich die Lage in der Stadt entspannt und f & w konnte viele neue Standorte schaffen.

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Wohnschiff "Transit" verlässt Hamburg, Fotos: BASFI/SFA

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