Zeitzeuge Holger Norton

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„Mit 18 Jahren begann ich 1994 auf dem Wohnschiff „Bibby Altona“ zunächst im Technischen Dienst zu arbeiten, dann in der Verwaltung und später als stellvertretender Leiter. Als ich anfing, war mein Vater noch Leiter eines anderen Wohnschiffes, der „Bibby Endeavour“, die ebenfalls in Altona vor Anker lag.

Schiffe dienten als Erstaufnahmen…

Das erste Wohnschiff, die „Casa Marina“ kam 1989 in Altona an, um Übersiedlerinnen und Übersiedler aus der ehemaligen DDR aufzunehmen. Später dienten die Schiffe als Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende, die in den 90er Jahren vor allem aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien kamen. Auf der „Bibby Altona“, der Zentralen Erstaufnahme, wurden deshalb sogar Außenstellen der Sozial- und Ausländerbehörde eingerichtet.

… und Winternotprogramm

Auf der „Bibby“ lebten Geflüchtete sowie Über- und Aussiedler. Im Rahmen des Winternotprogramms übernachteten hier auch obdachlose Menschen. Wir waren täglich mit sechs Mitarbeitenden und acht Wachleuten vor Ort. Die Zustände an Bord wurden nicht selten kritisiert. Es war voll, eng und dunkel. Doch wir, als Mitarbeitende, gaben unser Bestes, damit die Bewohner, trotz der Umstände, ein würdiges Zuhause hatten.

12 Wohnschiffe zwischen 1989 und 2006

Von den insgesamt 12 Wohnschiffen, die seit den 90er Jahren in Hamburg lagen, war die „Bibby“ 2006 das vorerst letzte, das abgezogen wurde. Neun Jahre später legte dann die „Transit“ in Harburg an. Und blieb während der „Flüchtlingskrise 2015“ die einzige schwimmende Unterkunft der Stadt.“

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Zeitzeuge Holger Norton
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