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Schritt für Schritt in die Arbeit

Projekt PIA begleitet Menschen mit psychischer Erkrankung aus der Krise zurück in den Job
15. Dezember 2025
Hände halten einen Obstkorb

Trennung, psychisch erkrankt, Verlust der Familie ... Nach persönlichen Krisen geriet das Leben einer Erzieherin, 40 Jahre alt, aus den Fugen. Sie lebte in einer Wohngruppe für psychisch erkrankte Menschen, wo sie PIA entdeckte. 

Schritt für Schritt stabilisierte sie sich. Sie probierte sich in einer Küche und im Service aus und erlebte die Kraft des Teams. Parallel fand sie eine Wohnung und kontaktierte ihre Familie. Mit intensiver Begleitung von PIA steigerte sie ihre Belastbarkeit: Anfangs arbeitete sie wenige Stunden in der Woche. Heute – nach 7 Jahren – arbeitet sie halbtags. 

Begleitung und Integration 

Die Rückkehr in den Arbeitsmarkt kann für Menschen mit psychischen Erkrankungen eine besondere Herausforderung sein. Hier setzt PIA an – indem es individuelle Begleitung, Qualifizierung und soziale Integration verbindet. Derzeit begleitet PIA rund 40 Teilnehmende und kooperiert mit etwa 23 Unternehmen in Hamburg. Die Bandbreite reicht von Handwerk, Küche und Service, Onlineversand bis hin zur Garten- und Geländepflege. 

Arbeit bedeutet mehr als Einkommen: Sie bietet Struktur, soziale Teilhabe und stärkt das Selbstwertgefühl. „Für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat Arbeit sogar therapeutische Effekte“, sagt Joanna Pastula, Teamleiterin vom Projekt. „Gleichzeitig schafft sie Unabhängigkeit und die Chance, wieder ein aktiver Teil der Gesellschaft zu sein.“ 

Ein Mann in einer LKW-Werkstatt

Wie die Begleitung abläuft 

Zunächst lernen die Fachkräfte die Teilnehmenden kennen: Welche Fähigkeiten, Interessen und Stärken bringen sie mit? Darauf aufbauend entwickelt das Team mit den Teilnehmenden zusammen Bewerbungsstrategien, und wählt passende Arbeitsplätze in Betrieben aus. 

Auch während der Beschäftigung unterstützt PIA: Es gibt eine strukturierte Einarbeitung, Qualifizierungsmaßnahmen, Belastbarkeitstraining und Integration ins Unternehmen. PIA unterstützt die Menschen dabei, Verantwortung zu übernehmen, selbstständig Entscheidungen zu treffen und ihre Kommunikations- und Teamfähigkeit zu stärken. Durch das Training im Arbeitsalltag lernen die Teilnehmenden, Belastungen zu bewältigen und ihre Kompetenzen kontinuierlich auszubauen – immer unterstützt vom PIA-Team. 

Mitarbeiterin von PIA

Sicherer Job, eine Perspektive 

Ziel ist eine sozialversicherungspflichtige und langfristige Stelle. Die Teilnahmedauer richtet sich nach der persönlichen Situation, durchschnittlich liegt sie zwischen 3 und 8 Jahren. 

Wenn Teilnehmende in schwierige Phasen geraten, bietet das Team Krisenintervention. „Offene Kommunikation und Verständnis sorgen dafür, dass der Beschäftigungsplatz erhalten bleibt“, erläutert Pastula. 

Schrittweise in die Unabhängigkeit 

Die Erzieherin ist heute erfolgreich, finanziell unabhängig und der Arbeitsvertrag steht vor der Tür – ein Ziel, das sie mit PIA erreicht hat. Sie verlässt das Projekt stolz. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich habe nicht aufgegeben, obwohl Tränen geflossen sind“, sagt sie. PIA zeigt: Auch nach schweren Krisen ist ein Neustart möglich. 


Mehr Infos 

Projekt Individuelle Arbeitsbegleitung