Anlaufstelle und Rückzugsort an der Holstenstraße

Neuer Tagesaufenthalt für obdachlose Menschen und 20 Kompakt-Wohnungen in Altona eröffnet
26. Februar 2026

Eine Tagesaufenthaltsstätte für obdachlose Menschen und 20 Kompakt-Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende – beides ist in einem Neubau in der Stresemannstraße in Altona entstanden. Bauherr und Betreiber ist das städtische Sozialunternehmen Fördern & Wohnen (F&W).

Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer und Bezirksamtsleiter Dr. Sebastian Kloth stellten die neue Einrichtung heute gemeinsam mit Dr. Arne Nilsson, F&W-Geschäftsführer, vor. Neben Fachleuten aus der Hamburger Obdachlosenhilfe haben auch Nachbar:innen Gelegenheit, die neue Tagesaufenthaltsstätte (TAS) zu besichtigen und das Team kennenzulernen.

Am 2. März nimmt die TAS ihren Betrieb auf. Dann wird sie bis zu 100 obdachlosen Menschen gleichzeitig Platz bieten. Sie ist barrierereduziert gebaut und hat barrierefreie Bereiche für Menschen im Rollstuhl. Die Vermietung der 1-Personen-Wohnungen läuft bereits in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Wohnungsnotfälle des Bezirks. 

Dr. Arne Nilsson (Geschäftsführer von Fördern & Wohnen), Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer und Dr. Sebastian Kloth (Leiter des Bezirksamts Altona) eröffnen die neue TAS.

Schutz und Beratung auch an Wochenenden und Feiertagen

Täglich von 9:30 bis 16:30 Uhr wird die TAS geöffnet sein, auch an Wochenenden und Feiertagen. Zum Angebot gehören Beratung, Mahlzeiten, Duschen, Waschmaschinen und Trockner, Gepäckaufbewahrung, die Ausgabe von Hygieneartikeln und Kleidung sowie die Möglichkeit, eine Postadresse einzurichten. 

Obdachlose Menschen dürfen die TAS ohne weitere Voraussetzungen nutzen. Ein Team aus Sozialarbeiter:innen wird Beratungsgespräche anbieten. Arbeitslosigkeit, Schulden, Suchterkrankungen sowie weitere gesundheitliche Probleme, Perspektivlosigkeit und Vereinsamung gehören zu den Belastungen obdachloser Menschen, die in der Beratung aufgegriffen werden. Das vielfältige Hamburger Hilfesystem hält spezialisierte Angebote für unterschiedliche Problemlagen bereit.

Die Sanitärbereiche in der TAS bieten viel Platz.

Aufenthalt, Ruheräume, Duschen

Die TAS bietet im Erdgeschoss zwei Aufenthaltsräume, von denen einer als erster Anlaufpunkt und Speisesaal dienen wird. Der andere ist als ruhiger Bereich vorgesehen, auch betreute Angebote sollen hier stattfinden. Im 1. Obergeschoss stehen geschlechtergetrennte Räume eigens zum Ausruhen zur Verfügung. Hier befinden sich auch Duschen, Waschräume und Toiletten. Im 2. Obergeschoss befinden sich Büros und Beratungsräume. Die Wohnungen liegen im 3. bis 6. Obergeschoss. 

Perspektive auf ein selbstständiges Wohnen

Die Kompakt-Wohnungen auf 4 Etagen desselben Gebäudes sind barrierereduziert. Vorbehalten sind sie Mieter:innen, die aus der Obdach- oder Wohnungslosigkeit kommen und sich so weit stabilisiert haben, dass sie einen eigenen Haushalt führen können. 

Besichtigen eine der Kompakt-Wohnungen: Dr. Arne Nilsson (links), Geschäftsführer von Fördern & Wohnen und Senatorin Melanie Schlotzhauer (rechts). Die Wohnungen befinden sich aktuell in der Vermietung.

Bauliche Herausforderungen

Der Neubau schließt in der Stresemannstraße eine 550 Quadratmeter große Baulücke. Er hat zur Straße 7 und zum rückseitigen Hof 2 Geschosse einschließlich Erdgeschoss. Die 2023 begonnene Bebauung des Grundstücks war herausfordernd, denn die Nähe zum Bahndamm erforderte Maßnahmen zum Erschütterungsschutz und einen hohen Schallschutz. Die Baukosten liegen bei knapp 10 Mio. Euro. 

Ein Blick in die Baustelle im November 2025. Foto: Heike Günther / Fördern & Wohnen

Dringend benötigter Wohnraum für die Hansestadt

Seit über 25 Jahren bauen wir für die Stadt Hamburg, vor allem soziale Einrichtungen. Seit 2017 haben wir außerdem den Auftrag, Mietwohnungen für Menschen zu schaffen, die es auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer haben. Im Jahr 2025 entstanden 225 solcher Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende. Weitere Wohnanlagen sind im Bau, zum Beispiel in Altona, Blankenese, Jenfeld und Barmbek. 

In der Stresemannstraße 150 betreiben wir bereits eine Begegnungs- und Beratungsstätte. Diese Einrichtung bleibt bestehen. Die Palette gGmbH bietet hier weiterhin Beratung, vor allem für suchterkrankte Menschen, an.