Vor Ort

Eid Mubarak, Mattkamp!

Verein R1SE feiert mit Bewohner:innen in Wohnunterkunft das Ende des Ramadans. Und plant noch viel mehr
25. März 2026

Ata Anat, Pinar Degirmencioglu und Mariella Lazić von R1SE und Über den Tellerrand Hamburg begrüßen die Bewohner:innen mit Essen und Getränken.

Emsig teilen sie Essen aus im festlich geschmückten Gemeinschaftraum der Wohnunterkunft Mattkamp: Ata Anat, Pinar Degirmencioglu und Mariella Lazić vom Verein R1SE. Auch Getränke gibt es, die Kinder freuen sich über die Limonaden besonders. Eine 3-köpfige Band spielt orientalische Instrumentalmusik. „Happy Eid!“, ruft der Keyboarder.

Zusammen mit Bewohner:innen feierte der Verein R1SE am Freitag das Zuckerfest. Das Fest, auch Eid al-Fitr genannt, zelebriert weltweit das Ende des Ramadans. In der Unterkunft am Mattkamp leben rund 330 Personen auf Zeit, vor allem Familien mit kleinen Kindern sind heute da. 

Seit einigen Monaten ist der gemeinnützige Verein aus Hamburg mit einem Wochenprogramm in der Unterkunft aktiv. Als Dachverein ist er aus der Initiative Rap for Refugees hervorgegangen. 

Pinar Degirmencioglu (Über den Tellerrand Hamburg) und ihre Kolleg:innen verteilen Teller mit Essen an die Kinder und Eltern.

Was die Bewohner:innen wirklich brauchen

Aber beim Festefeiern bleibt es für R1SE nicht. Der Aufbau eines Kiosks am Mattkamp ist das erste Ziel: Ein Begegnungscafé, dessen Warenangebot die Bewohner:innen der Unterkunft selbst zusammenstellen und anschließend selbst verkaufen können. Für ihre Arbeit sollen sie entlohnt werden, zum Beispiel auf Minijob-Basis. Die Preise werden gering sein, die Einnahmen sollen die anderen Angebote vor Ort finanzieren. 

„Die Leute wissen am besten, was sie brauchen. Zum Beispiel können sie die Öffnungszeiten festlegen und vieles mehr“, schildert der Gründer von R1SE Ata Anat.

Zu diesem Zweck hat der Verein zu sehr günstigem Preis 2 Container angeschafft und von Berlin nach Billstedt transportieren lassen. Einer soll der Warenlagerung dienen, der andere wird zum Kiosk-Container. Eine Küche, Aufklappfenster, sogar Möbel für draußen gab es mit dem Container. Zurzeit bereitet der Verein den Antrag auf Baugenehmigung vor. 

Community gestaltet mit

„Die Leute können bestimmen, welche Farbe der Container haben soll“, so Anat. Anschließend verziert ihn eine Künstlerin. Auf der großen Freifläche vor den Wohnhäusern ist noch viel Platz, vor dem Kiosk soll es Stühle und Bänke geben. Ein offener Begegnungsort im eher abgelegenen Mattkamp.

Einblick ins Wochenprogramm:

Was R1SE und Über den Tellerrand zurzeit im Mattkamp anbieten

  • Kennlerncafé und Küchenevents
  • Sprachkurse
  • Kinoabende
  • Sportprogramme für Kinder
  • Creative Spaces für Frauen 

Offener Raum für Austausch und Empowerment

Ein interdisziplinäres und diverses Gründer:innenteam steht hinter der Initiative. Langfristig soll im Mattkamp das R1SE Social Innovation Hub entstehen: ein Ort als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen, ein Projekt, welches sie in Zusammenarbeit mit dem Verein Über den Tellerrand Hamburg wahrmachen. „Ein offener Raum für Co-Creation, Empowerment und Austausch, für soziale Projekte und lokale Kooperationen“, der eine Brücke baut zwischen den Bewohner:innen der Unterkunft, Freiwilligen und Initiativen.

„R1SE ist mehr als ein Projekt. Es ist eine Bewegung für Zusammenhalt, Teilhabe und echten Wandel“, sagt der Verein über sich selbst. Er finanziert sich über Fördergelder und Spenden.

Kooperationen, Entwürfe und Fördergeldanträge sind schon bewältigt. Mit dem Kiosk ist der erste Schritt bald getan.