Kurz erklärt: Von A wie Assistenz bis W wie Wohnung
Assistenz in der Sozialpsychiatrie
nach § 78 SGB IX, früher: Ambulante Sozialpsychiatrie
Mit Assistenz in der eigenen Wohnung begleiten wir Klient:innen mit psychischer Erkrankung oder mit Behinderung, auch wenn sie nicht in einem Wohnhaus von F&W leben.
Das Ziel ist die Stabilisierung der psychischen Gesundheit und soziale Teilhabe. Wir beraten die Klient:innen mit viel Verständnis für ihre seelische Erkrankung und planen Schritte, damit sie ihre Lebenssituation akzeptieren und meistern. Wir besuchen sie in ihrer eigenen Wohnung und sie kommen in unsere Büros. Bei Terminen außerhalb können wir sie begleiten.
Auch für Menschen mit geistigen und / oder mehrfachen Behinderungen bieten wir Assistenz im eigenen Wohnraum an. Ziele sind die Vermittlung lebenspraktischer Fertigkeiten und die weitere Verselbständigung. Wir beraten und begleiten die Klient:innen individuell nach ihrem Bedarf und Wunsch zu den Themen, die für sie wichtig sind.
Arbeitsleben
nach § 90 Abs. 5 SGB IX
Das Projekt Individuelle Arbeitsbegleitung begleitet Menschen mit psychischer Erkrankung ins Arbeitsleben. Gemeinsam entwickeln wir berufliche Perspektiven. Dabei steht ihnen eine persönliche Arbeitsbegleitung zur Seite.
Anfangs beginnt man mit einer geringen Stundenzahl, die Arbeitsbegleitung ist vor Ort. In Fortbildungen und Gruppenangeboten kann man seine Fähigkeiten erkennen und ausbauen. Das Ziel ist, dass die Klient:innen in ihrem eigenen Tempo einen dauerhaften Beschäftigungsplatz finden, und sie morgens gern zur Arbeit gehen.
Beschäftigung und Struktur
nach § 78 SGB IX
In unserer Tagesstätte in Hittfeld sind Menschen mit Behinderung handwerklich, kreativ und künstlerisch in Werkstätten beschäftigt. Die Arbeit findet im Haus, auf dem Grundstück und in der Nachbarschaft statt. Bei allen Arbeitsschritten erhalten sie individuelle Assistenz. Ältere Menschen mit Behinderung finden in unserem tagesstrukturierenden Angebot ALIA (Aktiv Leben im Alter) vielfältige altersgemäße Beschäftigungsangebote: vom gemeinsamen Kochen bis zur Herstellung von Dekoration.
Für Menschen mit psychischer Erkrankung bieten wir im Zentrum an der Dorothea-Buck-Straße Gruppenangebote, die den Tag strukturieren und Halt geben. Im Sozialtherapeutischen Zentrum Sachsenwaldau gibt es ein breites Angebot in 3 Beschäftigungsbereichen und vielfältigen Kursen und Gruppen.
© Fördern & Wohnen / Heike Günther
Besondere Wohnform
nach §78 SGB IX, früher: §16 SGB XII, Stationäres Wohnen
In der Besonderen Wohnform leben unsere Klient:innen in Einzelzimmern, überwiegend mit eigener Dusche und WC, in Wohngemeinschaften.
In Hamburg-Farmsen betreiben wir Plätze in 4 verschiedenen Häusern für Menschen mit psychischer Erkrankung. In Hittfeld bieten wir im Haus Huckfeld Plätze für Menschen mit Behinderung an und im Sozialtherapeutischen Zentrum Sachsenwaldau finden sich Plätze für suchterkrankte Menschen.
Die pädagogischen Mitarbeitenden sind jeden Tag im Jahr für die Bewohner:innen da. Sie unterstützen bei der Zimmerpflege, beim Kochen, Waschen und Putzen.
Geschütztes Angebot
nach § 1831 BGB, früher § 1906 BGB
In Hamburg-Farmsen betreiben wir ein geschütztes Wohnhaus. 7 Klient:innen, die eine psychische Erkrankung haben und daher besonderen Schutz brauchen, leben hier in einem geschützten Bereich im Erdgeschoss mit Terrasse und Garten. Sie erhalten von uns eine intensive Rund-um-die-Uhr-Assistenz.
In Sachsenwaldau bei Reinbek betreiben wir ein weiteres geschlossenes Wohnhaus. 16 Klient:innen, die selbstgefährdendes Verhalten aufweisen, leben hier in 2 übersichtlichen Gruppen in einem geschützten Haus mit Garten. Sie erhalten von uns eine intensive Rund-um-die-Uhr-Assistenz.
© Fördern & Wohnen / Heike Günther
Treffpunkte
Unsere Treffpunkte in Hamburg und Huckfeld ergänzen unser Assistenzangebot. Hier bieten wir täglich eine feste Anlaufstelle, Einzelgesprächen und Gruppenangebote. Regelmäßige kulturelle Veranstaltungen und Bildungsangebote werden von den Klient:innen gerne wahrgenommen.
Wohnen mit Assistenz (WmA)
nach § 78 Abs. 2 Nr. 2 SGB IX, früher: Ambulant betreute Wohngemeinschaft (AWG)
In unserem Haus Neue Mitte in Wilhelmsburg leben Menschen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen als Mieter:innen. Sie wohnen hier selbstbestimmt und so selbstständig wie möglich: In Haushalt, Freizeit, Alltag.
Wir sind zusätzlich mit ambulanter Assistenz da: Dafür schließen die Mieter:innen mit F&W einen Assistenzvertrag ab. Im Haus Neue Mitte erarbeiten wir gemeinsam einen Assistenzplan und unterstützen die Klient:innen dabei, ihre selbst gesetzten Ziele zu erreichen.
© Fördern & Wohnen / Heike Günther
Wohnung mieten
In unseren 6 Wohnhäusern im Hamburger Stadtgebiet vermieten wir Einzelzimmer oder kleine Apartments an Klient:innen mit psychischer Erkrankung und mit Behinderung. Mit einem eigenen Mietvertrag leben sie hier dauerhaft und selbstständig.
Wir sind mit Assistenz in der Sozialpsychiatrie (ASP, § 78 SGB IX) an ihrer Seite und unterstützen sie bei Problemen und Fragen im Alltag.


