Wiedereröffnung des Pik As und neue Lebensplätze
Dr. Arne Nilsson, Geschäftsführer von Fördern & Wohnen, und Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer eröffnen die Übernachtungsstätte.
Nach 2-jähriger Bauphase haben wir den kernsanierten Altbau und einen Neubau heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Nachbarschaft und weitere Interessierte waren zum Tag der offenen Tür eingeladen.
Kernsanierung statt Abriss
Die äußere Hülle des Pik As von 1913 ist erhalten geblieben, im Inneren ist eine Übernachtungsstätte in zeitgemäßem Standard mit überwiegend 2- bis 3-Bett-Zimmern entstanden. Die Bewohnerbereiche sind barrierearm zugänglich. Die Gesamtkapazität liegt bei 290 Plätzen, bei Bedarf kann sie auf 330 Plätze erhöht werden.
Der neue Innenhof des Pik As.
Schwerpunktpraxis, Hundezimmer, Einzelzimmer
Die Schwerpunktpraxis für obdachlose Menschen, die früher in einem Pavillon auf dem Hof untergebracht war, wurde baulich in das Pik As integriert. Wie zuvor können akut erkrankte obdachlose Personen im „Gesundheitsflur“ ambulant pflegerisch versorgt werden.
Das Pik As hält weiterhin Zimmer für obdachlose Menschen mit Hunden vor. Zudem sind einige Einzelzimmer für hochbelastete obdachlose Menschen vorgesehen, deren psychische oder körperliche Verfassung eine Unterbringung im Mehrbettzimmer ausschließt.
„Die Notübernachtungsstätte Pik As ist die älteste Obdachlosenunterkunft Deutschlands. Sie ist ein wichtiger Teil des sozialen Hilfesystems in Hamburg. Zurück am alten Standort in der Neustadt bietet sie Schlafplätze, eine medizinische und pflegerische Grundversorgung sowie eine Sozialberatung, um die Menschen zu stabilisieren und in weitere Hilfen zu vermitteln. Die neu entstandenen Lebensplätze sind ein spezialisiertes Angebot der öffentlich-rechtlichen Unterbringung. Sie richten sich an zumeist ältere Obdachlose mit erheblichen körperlichen oder psychischen Einschränkungen und bieten ihnen eine langfristige und bedarfsgerechte Unterbringung und Versorgung.“
Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer
Zusätzlicher Neubau mit 33 Lebensplätzen
Mit einem zusätzlichen Neubau hat F&W den bestehenden Straßenzug der Neustädter Straße fortgeführt und einen geschützten Innenhof geschaffen. Im Neubau befinden sich 33 sogenannte Lebensplätze speziell für ältere, teilweise chronisch kranke obdachlose Männer. Das Angebot ermöglicht Menschen einen geschützten Lebensabend, die aufgrund verfestigter sozialer und gesundheitlicher Problemlagen nicht mit Wohnraum versorgt werden können beziehungsweise allein nicht wohnfähig sind. Wer einen Lebensplatz hat, bewohnt im Rahmen öffentlicher Unterbringung ein Zimmer als feste, ganztägige Unterkunft, bekommt Hilfe im Alltag und bei Bedarf ambulante Pflege.
Ein Blick auf die Schwerpunktpraxis.
„Das kernsanierte Pik As bietet obdachlosen Menschen Vertrautheit am traditionellen Ort in ganz neuer Qualität, mit barrierefreiem Zugang und überwiegend 2- bis 3-Bett-Zimmern. Gründächer, Photovoltaik und eine Brauchwasseranlage dienen dem Klimaschutz. Der zusätzliche Neubau mit 33 Lebensplätzen für schwer belastete Menschen führt den Straßenzug fort und schafft einen geschützten Innenhof. Ich freue mich sehr, dass wir zurück sind in der Neustadt.“
Dr. Arne Nilsson, Sprecher der Geschäftsführung von Fördern & Wohnen
Den Übernachtenden stehen Schließfächer zur Verfügung.
„Ich freue mich sehr über das Gesamtergebnis zur Neuaufstellung und konzeptionellen Weiterentwicklung des Pik As. Mit dem sehr gelungenen Neubau an der Neustädter Straße, der aufwendigen Modernisierung des historischen Hauptgebäudes und der Freiraumgestaltung im geschützten Blockinnenbereich wird das Pik As mitten in der Neustadt seine wichtige Arbeit zukünftig noch besser und auch individueller anbieten können.“
Michael Mathe, Amtsleiter Stadtplanungsamt Hamburg-Mitte
Klimaschutz beim Bauen und im Betrieb
Durch den Erhalt der Gebäudekonstruktion wurde „graue Energie“ eingespart, also der Verbrauch von Rohstoffen gesenkt. Ein Laubengang spendet Schatten im Innenhof, die Begrünung horizontaler Dächer folgt. Bei der Energie setzt F&W auf Fernwärme, Photovoltaik sowie Wärmerückgewinnung bei der neuen Be- und Entlüftung. Auch eine Brauchwassernutzungsanlage wurde eingerichtet.
Während der zweijährigen Bauphase wurde das Pik As in einem Ausweichquartier in der Eiffestraße in Hamm betrieben. Ab dem 25. März kommen obdachlose Menschen zur Notübernachtung nun wieder in die Neustädter Straße 31 a. Das Pik As ist jede Nacht von 17:00 bis 9:30 Uhr geöffnet.
Kontakt

Übernachtungsstätte Pik As Neustädter Straße in Neustadt
Neustädter Straße 31a
20355 Hamburg
täglich
17:00 – 9:30 Uhr
Telefon
040 428 35 39 00