Deutsch üben mit dem Sprachbrücken-Mobil

Mobile Klönstube in Neuenfelde

Die Freiwilligen von Sprachbrücke-Hamburg e. V. unterstützen Geflüchtete, ihr erlerntes Deutsch anzuwenden – und fahren dafür durch die ganze Stadt
29. Juli 2026

Foto: Sprachbrücke-Hamburg e. V

Mit dem Transporter zur Unterkunft

Diesmal führt die „Montagsrunde“ das ehrenamtliche Team vom Sprachbrücken-Mobil nach Neuenfelde. Zwischen Obstbäumen und Deich befindet sich eine F&W-Unterkunft, in der geflüchtete Familien leben, davor ein Parkplatz. Hier ist der Treffpunkt für die einstündigen Gesprächsrunden zwischen Freiwilligen und Bewohner:innen.

Sich unkompliziert unterhalten

„Unser mobiles Angebot mithilfe des Transporters machen wir seit drei Jahren direkt vor Ort - und es wird super angenommen“, erklärt Annja Haehling von Lanzenauer, Vorsitzendes des Vereines. Das Konzept des Ehrenamtsprojektes: „Wir besuchen die Menschen, die sonst nur wenige Möglichkeiten haben, Deutsch zu lernen und unterhalten uns ganz unkompliziert mit ihnen. Alles ist kostenlos und freiwillig.“ 

Eine meterhohe Beach-Flag zeigt allen Bewohner:innen der Unterkunft an, dass das Sprachmobil einsatzbereit ist, sogar eine eigene Erkennungsmelodie schallt zum Start über das Gelände. Mit wenigen Handgriffen ist aus dem Auto eine „Klönstube“ geworden. Bei schlechtem Wetter sitzen alle im Fahrzeug vor Büchern, Spielen oder einem iPad, bei gutem Wetter auf Campingstühlen unter der ausgeklappten Markise. 

„Magst Du lieber Kiwi oder Banane?“

An einem der Tische ist heute Landeskunde angesagt: Die Bewohner:innen puzzeln die Bundesländer zu einer Deutschlandkarte zusammen und formulieren, wie lange sie in Hamburg leben.

 Am Tisch nebenan hat Susanne einen ihrer ersten Einsätze. Innerhalb weniger Minuten gelingt es der Freiwilligen, einen Draht zu den Frauen aufzubauen, die im Wochen-Prospekt eines Discounters blättern. Susanne deutet im Prospekt auf ein Foto mit Obst, spricht langsam: „Magst Du lieber Kiwi oder Banane?“ Schnell entwickelt sich ein Gespräch über Preise, Rezepte, Lieblingsessen. „Das Wichtigste ist, die Menschen zum Sprechen im Alltag zu ermutigen“, fasst Susanne zusammen.

An zehn verschiedenen Standorten aktiv

Marcel Meyer, Teamleiter der F&W-Freiwilligenkoordination, über das Engagement des Vereins Sprachbrücke-Hamburg e. V.: „Mit seinen regelmäßigen Einsätzen an bereits zehn verschiedenen Standorten, ist das Sprachbrückenmobil ein schönes, niedrigschwelliges Angebot für die Menschen vor Ort. Damit wird die so wichtige sprachliche Integration von Erwachsenen gefördert.“

Wer auch mit dem Sprachbrücken-Mobil ehrenamtlich unterwegs sein möchte, kann sich gern melden: kontakt@sprachbruecke-hamburg.de, Tel. 040 28 47 89 98