Über-Leben auf der Straße
Vom Schlafen ohne Schutz – oder vom Nicht-Schlafen – von der Rastlosigkeit, der Kälte, vom Hunger. Davon erzählte Aktivist und Autor Dominik Bloh bei Fördern & Wohnen (F&W). Als junger Erwachsener überlebte er jahrelang auf der Straße. Was er immer mit sich hatte: Stift und Papier.
Die Lesung organisierten Mitarbeitende für Mitarbeitende. Sie fand in der Zentrale von F&W statt.
Identität und Gemeinschaft zählen
Dominik Bloh wurde als Jugendlicher obdachlos und blieb es für 10 Jahre. In seinen Bestsellern „Unter Palmen aus Stahl“ und „Die Straße im Kopf“ erzählt er von seiner Zeit in der Obdachlosigkeit und seinem Weg in eine eigene Wohnung. Nach schlaflosen Nächten ging er weiterhin zur Schule und schloss sie mit dem Abitur ab.
Zur Schule gehen ist leichter, wenn sie der warme, sichere Ort ist – wo man sich waschen und zur Ruhe kommen kann. Wo Bloh nicht nur einer von vielen Menschen ohne Obdach war, sondern wo er sich in Gemeinschaft wiederfand, wo er Identität behielt.
Schreiben als Therapieform
Eigentlich hätte sein erstes Buch „Gelbe Lichter“ heißen sollen. Die Straßenlaternen waren von der ersten Nacht an Dominik Blohs engste Begleiter. Unter ihnen saß er, schrieb, nächtelang, schrieb Sätze wie „Waschen ist Würde“. Sätze, die sein Engagement für Menschen ohne Wohnung bis heute ausmachen. Schreiben und Lesen waren „seine Therapie“ und brachten ihn durch die Zeit auf der Straße.
2016 erhielt Dominik Bloh über einen Unterstützer endlich einen Schlüssel zu einer eigenen Wohnung. 2018 gründete er das Projekt GoBanyo und schuf den ersten Duschbus für obdachlose Menschen. 5 Tage pro Woche ist dieser in Hamburg unterwegs und bietet kostenfreies Duschen, Hygieneprodukte und Haarschnitte. Für sein Engagement erhielt Dominik Bloh das Bundesverdienstkreuz.
Engagiert bei der Arbeit
In der AG Diversität engagieren sich Mitarbeitende von F&W gegen Diskriminierung und für Vielfalt. Schon zum 3. Mal organisierte die AG eine kostenfreie Lesung für die Belegschaft. Die Aktivist:innen Florence Brokowski-Shekete und Raúl Krauthausen waren bereits in Hammerbrook zu Gast und haben sich mit den Teilnehmenden über Rassismus, Feminismus, Inklusion und Barrierefreiheit ausgetauscht.
Auch Aktionen wie die Teilnahme am CSD Hamburg, offene Cafés und mehr stellt die AG auf die Beine. Alle Mitarbeitenden können sich der AG anschließen.
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