Viele Teile machen das große Ganze

Alexander vertritt als Beiratsmitglied Klient:innen der Assistenz in der Sozialpsychiatrie. Ein Gewinn nicht nur für ihn
28. August 2026

Gemeinsam für alle: Seit diesem Jahr vertritt zum ersten Mal ein Beirat alle Klient:innen der Assistenz in der Sozialpsychiatrie, kurz ASP, von Fördern & Wohnen (F&W). 4 Personen aus 3 Standorten sind seit März dabei. Auch Alexander G. ist Mitglied. 

Sein Engagement gibt ihm viel zurück, auch wenn er anfangs nicht richtig wusste, was auf ihn zukommt. „Ich hab‘ mir gesagt, wenn ich den Leuten helfen kann, probiere ich das doch aus.“

Ein Beirat, mehrere Standorte 

Früher gab es einzelne Beiräte an jedem Standort. 4 Jahre war Alexander bereits in einem Treffpunkt-Beirat. Für die übergreifende Beiratswahl haben alle ASP-Einrichtungen ihre Favoriten vorgeschlagen. So ist der Beirat vielfältig zusammengesetzt. 

Die Vorteile liegen auf der Hand. Themen kommen gesammelt auf den Tisch, die Beiräte tragen mehr Verantwortung, können sich über die Häuser hinweg abstimmen. „Man kann voneinander lernen“, so Alexander.

Zum Beispiel bestellt der Beirat das grüne Weihnachtspaket vom Hamburger Abendblatt hilft e.V. Es enthält Spenden wie Kaffee, Dominosteine und gemalte Bilder. Jede:r Klient:in bekommt eins. Alexander erzählt: „Dieses Jahr übernehme ich Verantwortung und bestelle für andere Standorte mit. Die Leute freuen sich sehr über die Aufmerksamkeit, besonders, wenn sie keine Familie haben.“

Was der Beirat leistet 

  • Ansprechpersonen sein für Klient:innen aus allen Standorten der ASP von F&W
  • Anliegen, Wünsche, Beschwerden an das Team weitertragen
  • Mitteilungen vom Team an die Klient:innen weitergeben
  • Ideen einbringen und mitsprechen bei Veränderungen, die alle betreffen
  • Veranstaltungen wie das Sommerfest oder Reisen begleiten
  • an Runden Tischen oder anderen Gremien teilnehmen 
Der Gemeinschaftsraum

Gemeinschaftsraum im Treffpunkt Kaskadenpark, Hamburg Wandsbek.

Wie der Beirat arbeitet

Einmal in der Woche trifft sich der Beirat persönlich. Dazwischen sammeln die Mitglieder Themen aus ihren Standorten. Alexander erläutert: „Wir haben eine E-Mail-Adresse, wo wir für jeden erreichbar sind. Man kann sich auch anonym melden mit einem Zettel in den Briefkasten. Das meiste läuft zwischen Tür und Angel: Kannst du das ansprechen, oder dies verändern?“ Natürlich können sich Klient:innen auch mit Beschwerden und Kritik an den Beirat wenden.

Die Anliegen aus den Häusern ähneln einander. „Es kommen oft Wünsche nach Ausflügen und Freizeitgestaltung“, schildert Alexander. Berlin oder die Ostsee sind beliebt. Auf diese Weise können sich alle kennenlernen, auch über die Häuser hinweg. Klient:innen schlagen vor, Skills auszutauschen, wie eine Lampe anbringen oder ein Regal justieren. Für die Fußball-WM hatte der Beirat in einem Treffpunkt einen Raum organisiert, Klient:innen konnten zu später Stunde selbstverwaltet die Spiele sehen. 

Ein Gewinn auch für ihn selbst

„Es fühlt sich sehr gut an. Es ist ein schönes Gefühl, Leuten helfen zu können, Interessen zu vertreten, an Gesprächen mitzuwirken und die Entscheidungsbefugnis zu nutzen.“

Einige Stunden investiert Alexander wöchentlich. Er ist außerdem bei der Organisation Hanseatic Help angestellt. „Die Arbeit im Beirat hat mich lockerer gemacht für den Umgang mit anderen Leuten“, schildert Alexander. Er ist viele Schritte nach vorn gegangen. 

Seit 2018 lebt Alexander in seiner eigenen Wohnung. Im nächstgelegenen Treffpunkt ist seine Bezugsassistenz für ihn da.

Assistenz in Wandsbek 

6 Wohnhäuser und 3 Treffpunkte betreibt F&W für Menschen mit psychischer Erkrankung, alle liegen in Wandsbek. Rund 230 Menschen nehmen die Assistenz in Anspruch. Sie leben in der eigenen Wohnung und in Wohngemeinschaften. Assistenzkräfte begleiten sie, unterstützen bei Fragen rund ums Hilfesystem, Finanzen, Familie und Gesundheit.