Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen für Geflüchtete

Sie haben eine sichere Bleibeperspektive und werden voraussichtlich dauerhaft in Deutschland bleiben. Aber Sie haben noch keine Wohnung gefunden. Bis es so weit ist, bereiten wir Sie gemeinsam in einer Unterkunft mit der Perspektive Wohnen auf Ihr Leben in den eigenen vier Wänden vor.

Dort haben Sie mehr Platz als in einer Gemeinschaftsunterbringung – und mehr Verantwortung: Sie kümmern sich um Aufgaben, für die Sie auch in einer Mietwohnung selbst zuständig sein werden. Unsere Mitarbeitenden unterstützen Sie dabei.

Es gibt viele Angebote, um Hamburgerinnen und Hamburger kennenzulernen und Deutsch zu sprechen. Das ist eine Chance für Sie, um sich über die Möglichkeiten, Regeln und Werte in unserer Gesellschaft auszutauschen. In Zukunft leben Sie hier nicht mehr nur mit Geflüchteten zusammen: Alle Menschen aus Hamburg sollen einziehen können.

Wir sind für Sie da

Unser Team aus Unterkunfts- und Sozialmanagement sowie Technischem Dienst unterstützt Sie an 5 Tagen in der Woche mit:

  • Orientierungsberatung in Sprechstunden
  • Informationen zu Wohnungs- und Jobsuche
  • Kontakt zu Ämtern und Beratungsstellen
  • Angeboten von Freiwilligen
  • Austausch mit der Nachbarschaft
  • Reparatur- und Reinigungsarbeiten

Die Mitarbeitenden ermutigen Sie, selbstständig zu wohnen. Gemeinsam kümmern wir uns um:

  • Stromanbieter
  • Telefon- und Fernsehanschluss
  • Mülltrennung und Recycling
  • Energiesparen

Unser Ziel ist es, dass Sie es schaffen, eine eigene Wohnung anzumieten und Ihren Neustart dort selbstständig zu meistern.

In unserem Projekt „Mieter-Führerschein“ erlangen Sie die grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie für das selbstständige Wohnen in Deutschland brauchen. Das Projekt ist neu. Es wird noch nicht an allen Standorten angeboten.

So leben Sie in einer Unterkunft mit der Perspektive Wohnen

  • Mehrfamilienhäuser
  • eigene Wohnung für Familien / Wohngemeinschaften für Alleinstehende
  • Gemeinschaftsräume und Spielplätze
  • teilweise öffentliches Begegnungshaus
  • teilweise öffentliche Kita
  • Quartiersmanagement
  • Bewohnerrat und Quartiersbeirat

Häufige Fragen

Wie bekomme ich einen Platz?

Die Plätze werden nicht vermietet. Sie werden im Rahmen der öffentlichen Unterbringung an Menschen aus unseren Wohnunterkünften verteilt. Aus baurechtlichen Gründen wohnen ausschließlich geflüchtete Menschen in den Unterkünften mit der Perspektive Wohnen. Dort können nur Geflüchtete mit einer sicheren Bleibeperspektive einziehen.

Begründete Ausnahmen sind möglich: Wenn die Personen vor Ort schon sehr gut integriert sind, weil die Kinder im Stadtteil zur Schule gehen oder ein Elternteil eine Arbeitsstelle in der Nähe einer Unterkunft mit der Perspektive Wohnen hat. Oder wenn die Menschen besonders schutzbedürftig sind, zum Beispiel Opfer einer Gewalttat. Eine begründete Ausnahme ist auch eine schwere Erkrankung oder Behinderung.

Was ist anders als in der Wohnunterkunft?

Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen und Wohnunterkünfte zählen zur öffentlichen Unterbringung. Sie sind ein Zuhause auf Zeit für Menschen, die keine Wohnung haben oder finden. Im Unterschied zu den anderen Unterkünften bekommen nur geflüchtete Menschen mit einer sicheren Bleibeperspektive einen Platz in den Unterkünften mit der Perspektive Wohnen.

In allen Unterkünften unterstützen und beraten unsere Mitarbeitenden die Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel ist, sie zu ermutigen und zu befähigen, eine eigene Wohnung zu finden und selbstständig darin zu leben. In den Unterkünften mit der Perspektive Wohnen werden die Menschen stärker an die Verpflichtungen als Mieterin oder Mieter herangeführt: Sie kümmern sich beispielsweise selbst um Stromverträge, Telefon- und Fernsehanschlüsse.
Die Unterkünfte mit der Perspektive Wohnen sind im Standard des sozialen Wohnungsbaus von privaten Investoren, Baugenossenschaften und der SAGA GWG errichtet worden. fördern und wohnen mietet die Wohnungen für maximal 15 Jahre an. Spätestens dann stehen die Wohnungen für alle Mietinteressenten offen.

Ausnahme ist der Standort Ohlendiekshöhe. Hier ist fördern und wohnen Bauherr und Betreiber.

Kann ich die Unterkunft aussuchen?

Die Plätze in einer Unterkunft mit der Perspektive Wohnen vergeben wir an geflüchtete Menschen mit sicherer Bleibeperspektive, die noch in einer Wohnunterkunft leben. Sie kommen vorrangig aus den beengten Gemeinschaftsunterkünften im selben Stadtbezirk, die wir nach und nach schließen. Wegen des guten Standards der Häuser leben hier viele Familien mit Kindern und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen.

Was ist das Quartiersmanagement?

In allen Unterkünften mit der Perspektive Wohnen arbeiten wir mit dem Quartiersmanagement des Stadtteils zusammen. Das Quartiersmanagement bringt neue und alteingesessene Bürgerinnen und Bürger zusammen und beteiligt sie am Stadtteilleben.

Das Quartiersmanagement informiert über Veränderungen, greift Probleme und Beschwerden auf sowie Ideen für ein gutes nachbarschaftliches Miteinander. Zuständig ist das jeweilige Bezirksamt.

Was bedeutet öffentliche Unterbringung?

Öffentliche Unterbringung ist eine städtische Maßnahme. Sie verhindert, dass Menschen, die keine Wohnung haben, auf der Straße landen. Dazu gehören geflüchtete und obdachlose Menschen, oder Menschen, die ihre Wohnung in einer Krisensituation verlieren. Bis sie auf dem freien Markt ein Zuhause finden, gibt ihnen die Stadt Hamburg ein Dach über dem Kopf. Zum Beispiel in einer unserer Wohnunterkünfte.

Wer Anspruch auf öffentliche Unterbringung hat, ist gesetzlich geregelt.

Wie kann ich mich engagieren?

Angebote von Freiwilligen sind in allen Bereichen möglich. Ihre Idee ist willkommen.

Für uns ist  entscheidend, ob das Angebot zum Standort und zu den Wünschen der Menschen passt, für die Sie es anbieten. Unsere Freiwilligenkoordination berät Sie. Nehmen Sie Kontakt zum Standort Ihrer Wahl oder zum Team der Freiwilligenkoordination auf.

Mitsprache und Austausch

Wir fördern den Austausch mit Ihren Nachbarinnen und Nachbarn – in der Unterkunft und im Stadtteil. Damit Sie mit Menschen zusammenkommen, die schon lange hier leben: Um mehr Deutsch zu sprechen. Und um die Kultur und Werte unserer Gesellschaft besser kennenzulernen.

Im Quartiersbeirat und im Bewohnerrat sprechen und entscheiden Sie stellvertretend für alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner mit.

Im Bewohnerrat entscheiden Sie zum Beispiel mit, wie die Gemeinschaftsräume genutzt werden. Oder welche Angebote dort stattfinden. Bei den Treffen sagen Sie auch, was Sie in der Unterkunft stört – oder womit Sie zufrieden sind.

fördern und wohnen
Grüner Deich 17
20097 Hamburg
040 428 35 0
040 428 35 35 84